Vollautomatische Lichtsteuerung auf dem Vormarsch

Bundesweit setzen immer mehr Städte und Kommunen auf intelligente Lichtsteuerungstechnik. Zwei Vorteile liegen auf der Hand: Die neue Technik ist bedarfsgerecht steuerbar und im Betrieb wirtschaftlicher als die oft  ineffiziente herkömmliche Technik.

Allein bei der öffentlichen Straßenbeleuchtung ist das Einsparpotenzial riesig. Deutsche Kommunen können ihre Haushalte um rund 400 Millionen Euro pro Jahr entlasten, wenn sie ihren alten Bestand auf moderne Halogen-Metalldampflampen, Natriumdampf-Hochdrucklampen oder sogar LED-Technologie umrüsten, die zunehmend für den standardisierten Einsatz als Stadt-beleuchtung  geeignet ist.

LED für Göttingen

Wohnsiedlung Nonnenstieg in Göttingen Bild: Philips

Wohnsiedlung Nonnenstieg in Göttingen Bild: Philips

Seit Anfang des Jahres wird das Göttinger Wohngebiet Nonnenstieg mit modernen Straßenlaternen beleuchtet. Alte Laternen mit Quecksilberdampflampen hat die Stadt durch moderne Laternen mit lichtemittierenden Dioden (LED) ersetzt.

Zum Einsatz kommt die neuartige Lichtsteuerung Lumimotion, die die Lampen über Funk ansteuert. Die Laternen sind untereinander vernetzt und geben die Bewegung an die nächste Lampe weiter. Durch diese Technik kommunizieren die Lampen untereinander, sodass das Licht den Verkehrsteilnehmer durch die Straße begleitet. Sobald die Sensoren keine Bewegung mehr registrieren, wird die elektrische Leistung auf 20 % abgesenkt. Ganz dunkel wird es aber nie, denn wenn niemand den Weg nutzt wird der Weg in gedämpftes Grundlicht getaucht Ein weiterer Vorteil der Technik: kleinere Tiere lösen die Sensoren nicht aus. Das Projekt wird im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“ gefördert.

Eine Schule voller Leuchten

Die Heinrich-Bretano-Schule im Main-Taunus-Kreis setzt voll auf intelligente Beleuchtung. Die 1972 installierten 50 Kugelleuchten wurden durch moderne Lichttechnik ersetzt. Die alten Leuchten strahlten Licht in alle Richtungen aus, sodass ein Großteil der Leuchtkraft als überflüssige Lichtemission verloren ging. Als Leuchtmittel kamen ursprünglich verbrauchsstarke Quecksilberdampflampen und ineffiziente konventionelle Vorschaltgeräte zum Einsatz. Heute beleuchten insgesamt 36 Lichtpunkte den Schulhof und die Außenanlagen der Schule. Zum Einsatz kommen moderne Hochleistungs-LEDs mit Linsensystem sowie Spezialreflektoren mit einer hohen Lebensdauer von mindestens 50.000 Betriebsstunden. Lichtemissionen, auch als Lichtverschmutzung bezeichnet, wird heute nahezu vermieden. Der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Anlage konnten durch die neue Technik um fast 80 % gesenkt werden.

Schön Watt gespart

Mit moderner Straßenbeleuchtung auf der Basis von LED will das ostfriesische Norden-Norddeich den Energieverbrauch um bis zu 82 % senken und außerdem seine Spazierwege attraktiv illuminieren.
Derzeit sind noch 249 ineffiziente und veraltete Quecksilberstraßenlaternen in Betrieb. Diese sollen gegen wartungsfreundliche LED-Leuchten mit intelligenten Steuerungssystemen ausgetauscht werden, sodass die jeweilige Beleuchtungssituation über Bewegungsmelder und Computersteuerung den Tages- und Jahreszeiten sowie dem Verkehrsaufkommen angepasst werden kann.
Im Bereich der Spazierwege des Nordseebades Norddeich plant die Stadt sogenannte „Lichtführungen“. Farbige LED in Form von in den Boden eingelassenen Fliesen oder Linien sollen die Gäste über sieben verschiedene Routen durch das abendliche Norddeich leiten. An den Aufgängen zum Deich werden LED-Stelen den aktuellen Tidenstand zeigen.